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Der Moorhuhn Prozess war ein Gerichtsprozess des Landgerichts Bochum. Angeklagt wurden der Ex-Vorstandschef und der Ex-Finanzvorstand der phenomedia AG, wegen Betrug, Bilanzfälschung und Untreue. Der Prozess dauerte von 2002-2010 mit 120 Prozesstagen.

AnklageBearbeiten

Die beiden Vorstände hatten Anfang der 2000er Jahre die Finanzbücher der börsennotierten phenomedia gefälscht. Schon als das Unternehmen 1999 an die Börse ging soll es am ersten Tag bereits 20 Millionen Euro dazugewonnen haben. Unter dem stetig wachsenden Druck des Neuen Marktes haben sich die Vorstände gezwungen gesehen, immer neue Rekordzahlen zu präsentieren. Daher wurden regelmäßig Umsätze vorgetäuscht und entsprechende Verträge gefälscht. Von den so angelockten privaten Anlegern sollen damals an nur einem Tag rund 40 Mio. D-Mark in die Unternehmens-Kasse geflossen sein. Laut dem Staatsanwaltschaft entstanden durch diese Scheingeschäfte ein Schaden im zweistelligen Millionenbereich.

UrteilBearbeiten

Die Anklagebehörde hatte Strafen von viereinhalb beziehungsweise dreieinhalb Jahren gefordert. Angesichts der langen Verfahrensdauer legte die 6. Strafkammer im Urteil fest, dass von den nun verhängten Haftstrafen je 15 Monate bereits als verbüßt gelten. Somit erhielt der Ex-Vorstandschef drei Jahre und zehn Monate, der ehemalige Finanzvorstand, drei Jahre Haft.

FolgenBearbeiten

Aus der insolventen Gesellschaft ging mithilfe deutscher und niederländischer Investoren die phenomedia publishing GmbH hervor, die die Moorhuhn-Rechte übernahm und 2008 sogar erstmals schwarze Zahlen schrieb.

Mediale PräsenzBearbeiten

WDR - Lokalzeit Urteil im "Moorhuhn-Prozess"

WDR - Lokalzeit Urteil im "Moorhuhn-Prozess"

Urteil im Moorhuhn Prozess in der WDR Lokalzeit